Gedichte eines kleinen Weidetieres

Dein Platz in meinem Herzen


Ich habe dich schon so lange nicht mehr gesehen, habe dich in dieser Zeit erfolgreich aus meinem Gedächtnis und meinen Gedanken verbannt.
Doch dann kam eines Nachts dieser Traum.
So real, so schön, so verwirrend...
Und da waren sie wieder, diese Gefühle...
Aber doch da war auch noch ein Neues, bis dato unbekannt.
Angst...
Angst davor, dir eines Tages wieder zu begegnen und nicht zu wissen, wie es nach diesem Treffen in meinem Herzen aussehen würde.

 

Zu viele Jahre trage ich diese Gefühle schon in mir.
Manch schlaflose Nächte haben sie mich schon gekostet und trotz allem habe ich es
dir niemals mitgeteilt.
Ich habe dir nie gesagt, was in mir vorging, wenn ich dein Lächeln sah, deine Stimme vernahm, deine unbewussten Berührungen spüren durfte.
Bis jetzt habe ich es verschwiegen und werde es auch weiterhin tun.

 

Ich weiss bis heute nicht, was damals in dir vorging.
Aber will ich es auch wissen, nach so langer Zeit?!
Was wäre denn, wenn ich es wüsste?
Wäre ich erleichtert? Enttäuscht?
Ich kann es nicht sagen...

 

Doch eine Frage ist immer da...
„Warum kann ich dich nicht einfach vergessen?"
Gefühle verdrängen vielleicht, aber dich zu vergessen, dass krieg ich nicht hin.
Was hindert mein Herz denn daran, dich freizulassen aus dem Ort, den du nicht wirklich bewusst bewohnt hast?
Ich weiss es nicht...

 

Doch immer wieder taucht diese Hoffnung auf in mir auf.
Die Hoffnung, dass es eines Tages soweit ist.
Dass der Tag kommt, in dem sich mein Herz dir öffnet oder der Platz, den du bisher eingenommen hast, frei wird.
Dass ich endlich Gewissheit haben werde, wie es in deinem Herzen aussieht.

 

November 2005

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